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Die Wege in mein ATJ



Mhh...wie bin ich auf die Idee gekommen, ein Austauschjahr zu machen? So genau weiß ich es nicht mehr, ich fang mit dem ersten an, an das ich mich erinnern kann...Kurz nachdem wir nach Gummersbach gezogen sind, kam mein Vater mit einem Prospekt an. Darauf war eine Frau in indischen Klamotten. Das Bild war schwarz-weiß und das ganze Prospekt sah aus wie irgendein Infozettel, keineswegs wie eine richtige Broschüre. Und wer war das überhaupt? Eine Organisation namens AFS. Ich fand das ganze sehr suspekt, schlug kurz die erste Seite auf und merkte, dass man nichtmal wählen kann, in welches Land man geht. Was war das denn komisches? Ich wollte ganz sicher nicht mit jemandem wegfahren, bei dem man nichtmal sein Land wählen konnte. Insgesamt wollte ich überhaupt nicht wegfahren, was für eine dumme Idee, wer lässt schon Freunde und Familie für 10 Monate zurück?

Ich legte das Prospekt so schnell wieder zur Seite, wie ich es in die Hand bekommen hatte. “Guck mal Sabina, da kann man für einige Zeit in ein fremdes Land fahren und dort wohnen!”, sagte mein Vater. Seine Begeisterung war klar zu erkennen. “Ähm, ganz sicher nicht, ich fahr doch hier nicht weg, ich bin doch nicht verrückt!”. Damit war das Thema dann erstmal vergessen. Zumindest für ein halbes Jahr.

Meine Klassenlehrerin kam einmal in die Klasse, hielt ein paar Prospekte in der Hand und sagte, dass man in der 11. ein Austauschjahr machen könnte. Sie fragte wer eins haben wollte, ein paar Leute meldeten sich. Ich, kurzerhand von Panik ergriffen, dass ich keins abbekommen würde, hab wie wild in der Luft rumgeschnipps und siehe da, ich hab eins bekommen. Ich hab angefangen darin rumzublättern. INTO hieß die Organisation, natürlich sagte mir das nichts, aber ich mochte es, dass sie viele Länder im Angebot hatten, außerdem hatten sie lange Austauscherfahrung. Ich denke, dass ich damals die Entscheidung getroffen hab, dass ich wirklich weggehen will. Naja, obwohl, eine Entscheidung kann man es wohl doch nicht nennen, denn eigentlich war es nur ein winziger Hintergedanke, alles war noch sooooo weit weg.

Ich hab mich also bei INTO beworben, natürlich ein Jahr zu früh, was mir dann auch kurz später gesagt wurde. Sie sagten, ich solle mich in den Sommerferien bewerben, die Sommerferien, bevor ich in die 10 geh.

Das ganze Projekt geriet mehr oder weniger in Vergessenheit, ich war mir immer weniger sicher, ob ich das wirklich machen wollte. Deswegen versuchte ich auch, dass ganze geheim zu halten, mehr oder weniger, ich wollte nicht, dass es so viele Leute wissen, solange das ganze nicht sicher war. Mein Plan ging nicht ganz auf, denn ich wurde wirklich oft von Leuten angesprochen, die bereits davon wussten. Meine Mutter ist eben nicht gerade gut im geheim halten . Ich hab mehr oder weniger versucht, dem Thema auszuweichen, denn alle sagten: “Ach, du gehst in der 11. in die USA?” oder “hey, sie wird in der 11 in die USA gehen”. Begeistert war ich davon ganz und gar nicht, da ich selbst nicht genau wusste, ob ich das wirklich machen werde.

In den Sommerferien war es dann so weit...Bewerbungszeit...Ich schob das immer weiter vor mir her, eben, weil ich nicht genau wusste, was ich wollte. Es gab Überredungsversuche meiner Mutter, dass ich hier bleiben solle, mein Vater unterstütze mich hingegen voll und ganz.

Einmal war ich dann bei einer Freundin, eine Bekannte von ihr war da, die früher selbst mit ASSIST in den USA war. Natürlich wurde die Information, das auch ich in die USA will, sofort weitergegeben (^^). Sie fing also an zu erzählen und ich fand das ganze einfach sooo interessant. Sie war auf einem Internat in den New England Staaten. Sie zeigte mir íhre Schule im Internet, erzählte viel von ASSIST und wie es ihr dort so gegangen ist. Es hat ihr so gut gefallen, dass es sogar jetzt noch ihr Traum ist, in die Staaten zu ziehen.

Spätestens jetzt war ich also wieder Feuer und Flamme. Ich hab mir kurz ASSIST angesehen, mir meine äußerst geringen Chancen ausgerechnet und mich bei INTO beworben.

Kurze Zeit später kam der Anruf für ein persönliches Gespräch in zwei Wochen. In der Zeit hab ich schonmal angefangen, meine Application Forms auszufüllen. Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Arbeit ist. Ständig Arzttermine und so weiter.

Als ich dann zu dem Gespräch gefahren bin, hatte ich die Applications zwar noch nicht ganz fertig, aber das war ja auch nicht verlangt. Fast hätte ich den Termin noch absagen müssen, da ich am Tag davor nachmittags Fieber bekommen hab und am Termintag selbst nicht in der Schule war. Doch ich wollte da unbedingt hin, auch mit 39 Fieber und dauerndem Husten, da ich dachte, dass sie sonst denken, dass ich abgesagt habe, weil ich doch angst bekommen hab. Also sind wir los gefahren, extra viel zu früh. Wir waren fast da, doch dann sind wir eine Abbiegung zu früh rausgefahren und wo waren wir plötzlich? Mitten auf der AUTOBAHN!!!! Und weit und breit keine Ausfahrt zu sehen! Muss ich noch sagen, dass ich fast gestorben wäre?? Naja, wir sind dann doch noch angekommen...mit einer dreiviertelstunde Verspätung!

Der Mann von INTO meinte dann aber, dass wir nicht die ersten seien, denen das passiert ist und auch nicht die letzten sein werden. Zuerst haben wir ca eine Stunde über den Austausch gesprochen, die Organisation, den Ablauf. Das Gespräch fand hauptsächlich durch meinen Vater statt, da ich ja die ganze Zeit husten musste...ich glaube auch mein Fieber war mir deutlich anzusehen . Danach bin ich dann mit dem INTOmenschen in einen anderen Raum gegangen, dort gabs dann eine kurze Unterhaltung auf englisch, nur etwa zehn Minuten, hauptsächlich über Dinge die ich gerne tue und darüber, was ich von meiner Gastfam erwarte. Das ganze war sehr entspannt. Danach gabs nochmal eine Unterhaltung mit meinem Vater. Nach gut 2 Stunden war das Gespräch vorbei und mir wurde gesagt, dass ich in das Programm aufgenommen bin. Juhu ^^

Da hatte ich gerade das mit der Organisation geklärt, da machte meine Schule Probleme und gleichzeitig wurde ich mit Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert (wasn Timing). Während der zwei Wochen im Krankenhaus konnte ich dann meine Application Forms ausfüllen, hatte da ja viel Zeit...

Meine Schule sagte, dass ich einen Schnitt von 2,0 bräuchte, um in die USA gehen zu dürfen. Ein Schnitt, der für mich völlig unerreichbar ist. Nach ewigem hin und her, inklusive Gedanken über einen Schulwechsel, stellte sich dann heraus, dass meine Schule sich “geirrt” hatte. Wie man sich bei sowas irren kann, bleibt mir weiterhin ein Rätsel, aber wenigstens hatte ich jetzt die Gewissheit, wirklich ein Jahr fahren zu können.

Aus meiner Klasse bin ich die einzige, die wegfährt, aus meiner Stufe sind es stolze zwei Personen. Trotzdem sehr praktisch, da ich mit der besagten ATS auch schon befreundet war, bevor ich wusste, dass sie die gleichen Pläne hat wie ich.

Alles was sich bisher noch getan hat, ist, dass die Rechnungen von INTO kamen (beim 3. Versuch wars dann auch endlich die richtige.) Ansonsten bin ich der Partnerorganisation USSE (United Studies) zugewiesen worden, hab nochmal verschiedene Verträge ausgefüllt und das wars.

Vermutlich werde ich in den Westen kommen (juppi ^^). Mein Vorbereitungstreffen ist das Wochenende vom 22-23 April in Bonn.
Ich bin wohl eine der viele ATS, die im Moment auf ihre Gastfamilie warten.
Und noch was: Über AFS denk ich jetzt natürlich ganz anders, überhaupt denke ich über alles ziemlich anders als damals ^^.